Schaulager des Museums für Industrie und Arbeit, Rodengo – 2009

Im Gegensatz zu dem, ebenfalls von Kleihues + Schuwerk geplanten, repräsentativen Hauptsitz des Museums in Brescia (Wettbewerb 2004) ist das Schaulager in Rodengo Saiano ein Ort der einfachen Anhäufung von Objekten der industriellen Vergangenheit Norditaliens und Mitteleuropas. Aus diesem dem Depot eigenen Mechanismus der schlichten Ansammlung wurde das ästhetische und semantische Konzept der Wunderkammer abgeleitet.

Ein anonymes, nur marginal beeinflusstes Industriegebäude wurde anthrazit eingefärbt und erhielt über ein davorgestelltes 40 Meter langes, verglastes Regal eine neue Fassade. Darin eingehängte Exponate von bis zu 11 Tonnen Einzelgewicht folgen dem Prinzip der Wunderkammer, der anscheinend zufälligen Ansammlung von Objekten, und bilden damit das Innere des Museums ab.

Das Schaulager nimmt Dreiviertel der Fläche des Gebäudes ein. Den Rest teilen sich auf einer eingefügten Zwischenebene Schulungs- und Forschungsräume sowie eine Dauerausstellung über das bewegte Bild und seine Produktionsbedingungen.

Anfang April 2009 wurde das Schaulager des Museums für Arbeit und Industrie in Rodengo Saiano/ Italien eröffnet.

Architekt: Jan Kleihues und Klaus Schuwerk (Kleihues + Schuwerk Architekten)

Bauherr: Fondazione Museo dell’Industria e del Lavoro, Brescia

Nutzung: Ausstellung, Depot, Schulung und Forschung

Planung: 2007

Fertigstellung: 2009

BGF: 4.090 m²

Kosten: 1,7 Mio €