Weiterentwicklung Berliner Dienstsitz Bendlerblock des Bundesministeriums der Verteidigung, Berlin

Das bestehende Verwaltungsgebäudeensemble des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) auf der bundeseigenen Liegenschaft in Berlin-Tiergarten, der sogenannte Bendlerblock, soll erweitert werden. Das dafür geplante Bauprojekt umfasst im Wesentlichen Neubauten für Büroarbeitsplätze sowie diverse Sonderfunktionen. Mit dieser Maßnahme wird der westliche Bereich der Liegenschaft einschließlich Paradeplatz städtebaulich abschließend vervollständigt.

Zur Baumassenverteilung wurde ein mit den zuständigen Genehmigungsbehörden abgestimmter Masterplan erstellt. Der gestalterischen Ausformulierung der Baukörper kommt aufgrund der prominenten Lage und der Einbeziehung des denkmalgeschützten Gebäudebestands eine besondere Bedeutung zu. Zudem sollen die Außenanlagen neu gestaltet werden.

Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug): Das gestaltprägende Motiv der Weiterentwicklung des Bundesministeriums der Verteidigung ist die ineinandergreifende Rückstaffelung des orthogonalen Neubaus entlang des schräg verlaufenden Reichpietschufers am Landwehrkanal. Diese Gliederung erzeugt eine Rhythmisierung des Erweiterungsbaus und zugleich eine städtebaulich sensible Einbindung des großen Baukörpers in die Nachbarschaft des identitätsstiftenden Bendlerblocks. […]

Äußerst positiv hervorgehoben wird die Erweiterung der Staatsgästetreppe, deren Dach zu beiden Seiten über Kolonnaden verlängert wird. […]

Die Fassung des Paradeplatzes durch eine offene Kolonnade vor einer waldartig gestaffelten Bepflanzung bildet im Zusammenspiel mit der hochstämmigen Baumreihe vor den Ergänzungsbauten einen gelungenen
räumlichen Rahmen und eine überzeugende Antwort auf die komplexe städtebauliche Fragestellung der exzentrisch gestellten Staatsgästetreppe. […]

Anerkennung findet die Holz-Beton-Hybridbauweise, die ab dem 2. Obergeschoss zu einer weiteren Reduktion der CO²-Bilanz beiträgt. […]

Ort: Stauffenbergstraße 18, 10785 Berlin

Architekt: Jan Kleihues und Götz Kern

Bauherr: Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) vertreten durch das
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)

Wettbewerb: 12/2025, 3. Preis

NF: 30.000 m²

Landschaftsarchitektur: WES, Berlin
Statik: HBI Hartwich Bernhardt Ingenieure GmbH
TGA: Plan B beratende Ingenieure GmbH
Brandschutz: Gruner Deutschland GmbH, Berlin