Wieweil, Berlin
Das WIEWEIL schafft Raum für eine zeitgemäße Mischung aus Arbeiten und Wohnen – und vor allem für Austausch. Als urbaner Knotenpunkt zwischen den Bezirken Mitte, Kreuzberg und Friedrichshain bietet das Ensemble vielseitig bespielbare Flächen für Projekte, Initiativen, Organisationen und Unternehmen unterschiedlichster Prägung. Gleichzeitig können 250 Menschen, ob in Apartments, Wohngemeinschaften oder Clusterwohnungen im WIEWEIL wohnen. Die Büros Kleihues+Kleihues und GRAFT bearbeiten das Projekt gemeinsam als ARGE.
Der Entwurf schafft an einem heute unwirtlichen Ort eine besondere Lage an der Spree, bildet dabei eine Gasse und Hochebenen, macht den Raum neu erfahrbar, bietet neue Ausblicke. Ein zweigeschossiger Sockel bildet das robuste Fundament des Ensembles und erschließt das gesamte Gebäude. Über ihm öffnen sich der „Stadtbalkon“ und der „Stadtgarten“ – zwei teilweise öffentlich zugängliche Freiräume mit weitem Blick über das Stadtbahnviadukt hinweg zur Spree und nach Kreuzberg. Drei Hochhäuser fassen diese Ebenen und verleihen dem WIEWEIL seine markante, weithin sichtbare Silhouette.
Zur Holzmarktstraße hin entwickelt sich aus dem Sockel ein straßenbegleitender Riegel, der auf der einen Seite das Gebäude abschirmt und auf der anderen Seite mit durchlaufenden, terrassierten Balkonen zur Spree hin orientiert ist. Das Gesicht zur Straße prägt ein überhoher Eingangsraum, der den Sockel erschließt. Auf zwei Ebenen entstehen hier großzügige, flexibel nutzbare Flächen: für Gastronomie, Ausstellungen, Showrooms, Konferenzen, Workshops, Sport oder informelle Formate dazwischen. Großzügige Foren und gemeinsam nutzbare Räume im Sockel stehen für Flächeneffizienz und bieten ideale Voraussetzungen für diverse Formate – offen, wandelbar und bewusst nicht festgelegt. Zwischen dem WIEWEIL und dem Stadtbahnviadukt entsteht eine Gasse, die als geschützter Außenraum einen atmosphärischen Gegenpol zu den umliegenden Verkehrsachsen bildet.
Das bewusste Nebeneinander von Wohn- und Arbeitswelten ist ein zentrales Motiv des Nutzungskonzepts. Das WIEWEIL versteht sich als lebendiges Gefüge aus gemeinschaftlich genutzten Räumen, Orten der Kollaboration, Rückzugsbereichen und offenen Plattformen für Austausch. Dabei richtet sich das Angebot nicht nur an die Menschen, die hier wohnen und arbeiten, sondern ebenso an Gäste, Nachbarschaft und Stadtöffentlichkeit. Die öffentliche Durchwegung des Sockels sowie die dauerhafte Zugänglichkeit von Stadtbalkon und Freiräumen sind öffentlich-rechtlich gesichert – auch als ein Versprechen des WIEWEIL an die Stadt.
Ort: Holzmarktstraße 19-24, 10243 Berlin
Architekten: Werkgemeinschaft GRAFT – Kleihues + Kleihues; Jan Kleihues, Lars Krückeberg, Wolfram Putz, Thomas Willemeit, Sven Fuchs, Johannes Kressner
Bauherr: KIM Kilian Immobiliengruppe
Planungsphase: 2024-2025
BGF: ca. 37.000 m²





