Central Library Helsinki, Finland – 2012

Das neue Bibliotheksgebäude liegt in einem sehr heterogenen Umfeld, dem bislang eine eindeutige städtebauliche Kontinuität fehlt. Die Kernidee des vorgegebenen Masterplans – die Schaffung eines zentralen Stadtparks, umrahmt von einer linearen Struktur von Baukörpern – bietet die Chance, einen prägnanten städtischen Raum entstehen zu lassen. Um diesen städtebaulichen Ansatz zu stärken, sollte das Volumen der neuen Zentralbibliothek die Grundfläche des Blocks vollständig einnehmen und eine erkennbare Front zum Park ausbilden. Innerhalb dieses Rahmens kann das Gebäude seinen eigenen architektonischen Ausdruck entfalten.

Eine Skulpturengruppe mit dem Titel „Lo profundo es el aire“ von Eduardo Chillida dient als Referenz für den Entwurf des neuen Bibliotheksgebäudes. Der Baukörper wird als Skulptur behandelt, die ausgehöhlt wird, wodurch Außenräume wie Höfe, Loggien und Terrassen, sowie mehrgeschossige Innenräume entstehen, die auch als unsichtbare Volumen (voids) gelesen werden können. Neben dem skulpturalen Aspekt bietet die Gestaltungsstrategie eine große räumliche Vielfalt, die die Anforderungen und Bedürfnisse von Besuchern und Mitarbeitern widerspiegelt. Alle Nebenfunktionen sind im Bereich von geschlossenen Fassaden untergebracht, während die öffentlichen Räume auf die verschiedenen Höfe, Wintergärten, Terrassen, Loggien oder einfach nur Panoramafenster ausgerichtet sind. Trotz der erkennbaren Definition jedes einzelnen Raums zeigt das Layout des Gebäudes eine maximale Flexibilität und bietet Möglichkeiten für eine zukünftige Erneuerung. Um das monolithische Erscheinungsbild des Gebäudes zu unterstreichen, besteht die Gebäudehülle aus massiven Natursteinblöcken, die einen Mauerwerksverband bilden.

Die Erdgeschossflächen öffnen sich zum neuen Stadtpark und erzeugen so eine einladende Geste. Der Haupteingang der Bibliothek, die Eingänge zum Café, Restaurant und Buchladen befinden sich auf dieser Seite, während der Zugang für Angestellte, sowie die Anlieferung an der Gebäuderückseite angeordnet sind.

Adresse: Töölönlahdenkatu, Helsinki

Architekt: Jan Kleihues mit Johannes Kressner

Bauherr: Stadtplanungsamt Helsinki, Stadt Helsinki

Wettbewerb: 2013

BGF: 16.500 m²