Humboldt-Forum im Schlossareal Berlin, 2008

Die Leitidee für den Entwurf ist auf den Begriffen Geist des Ortes und Entdeckungslust aufgebaut. Folgende Prämissen wurden herausgearbeitet: die Weiterentwicklung auf Grundlage der ehemaligen Strukturen, also Geschosshöhe und Kubatur; die klare Trennung zwischen historisch rekonstruierten und neuen Bauteilen und die Fuge zwischen der Kubatur des ehemaligen Eosanderhofes und dem eingestellten Volumen des Museums. Im Einzelnen bedeutet dies: die Komplettierung der historischen Figur des Schlüterhofs mit der neuen Fassade des Mittelflügels, dem Eingangsbauwerk für das Humboldt-Forum. Der Ostflügel oder auch Apothekerflügel erhält eine zur Spree hin gestaffelte Fassade, eine Entwicklung aus der Überlagerung der historischen Gliederung des Baukörpers und der schräg zum Gebäude verlaufenden Uferkante. In den Eosanderhof werden mit einer Fuge von vier Metern Breite zwei neue Museumsflügel eingestellt. An dieser Stelle findet die stärkste Setzung gegenüber der historischen Raumfigur statt. Die Fuge zwischen der historischen Raumgrenze des Eosanderhofes und den neuen Ausstellungskuben dient der Belichtung und Orientierung im Haus. Unter der Kuppel wird die Galerie der Weltkunst präsentiert. Aus dem Rundgang der Ausstellung im 3. OG tritt der Besucher in den beeindruckenden 35 m hohen Kuppelraum, von der er den Blick über die Dächer der Stadt schleifen lassen kann.

Architekt : Jan Kleihues mit Götz Kern

Auslober : Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Adresse : Berlin

Wettbewerb : 2008, 3. Preis (Preisgruppe)

BGF: 78.300 m²